Menschen & Projekte

Bauarbeiten am Mehrfamilienhaus Birmensdorferstrasse

Bauen bei beengten Platzverhältnissen

An der Birmensdorferstrasse in Zürich entsteht ein Mehrfamilienhaus, welches am Hang zu liegen kommt. Der Geländeversatz von rund 11 m sowie die angrenzende Kantonsstrasse sind interessante Randbedingungen für Gebäude und Baugrube.

Baugrube:

Das Kernstück der Baugrube bildet der rund elf Meter hohe, bergseitige Baugrubenabschluss. Er muss zuverlässig die Belastungen der Strasse aufnehmen können, um die Birmensdorferstrasse und die darunterliegenden Werkleitungen nicht zu beschädigen. Für den Baugrubenabschluss auf der Süd-, Ost- und Westseite wurde eine rückverankerte Rühlwand mit netzbewehrten Ortsbetonausfachungen gewählt. Die Rückverankerung erfolgt über schlaffe und vorgespannte Erdnägel. Sie halten die Kantonsstrasse an Ort und Stelle. Um Verformungen und Setzungen schnell zu begegnen, wurde im Vorfeld ein Überwachungskonzept definiert. Inklinometermessungen zeichnen die Verformungen auf und geben uns die Möglichkeit in einer alarmierenden Situation schnell zu reagieren.

Die seitlichen Baugrubenabschlüsse verlieren infolge der Geländeneigung schnell an Höhe, sodass der hangseitige, eingeschossige Baugrubenabschluss mit einer 1:1 Böschung ausgeführt werden kann.

Referenz Baugrube Birmensdorferstrasse

Gebäude:

Das neue Mehrfamilienhaus wird auf einem geschichteten Untergrund gegründet. Angetroffen wurden Schichten aus Deckschicht, Üetliberglehm und Molassefels. Um den Setzungsdifferenzen, welche aus dem schrägliegenden Üetliberglehm resultieren könnten, zu verhindern, wurde eine Tiefenfundation (Mikropfählung) gewählt. Das anfallende Hang- und Regenwasser kann den sogenannten «Badewanne-Effekt» hervorrufen. Dabei wird das Wasser eingestaut, weshalb die Bodenplatte mit Zugpfählen gegen Auftrieb gesichert wird.

Im zweiten Untergeschoss befindet sich die grösstenteils stützenfreie Einstellhalle. Somit kann die gesamte Grundfläche optimal für das Parking genutzt werden. Erschlossen wird die Einstellhalle mit einem Autolift, welcher im Gebäudegrundriss platziert ist und über vier Geschosse den Zugang sicherstellt. Drei Haupttragwände überspannen den Parkbereich und führen die darüber liegenden Gebäudelasten auf die Aussenwände.

Hangseitig folgen die wandartigen Träger dem Terrainverlauf, was eine Reduktion der Wandhöhe bedeutet. Dies hat eine Vergrösserung der Wandbreite zur Folge, sowie die Verwendungen einer Schubbewehrung.

Referenz Mehrfamilienhaus Birmensdorferstrasse