Menschen & Projekte

Doppeleinfamilien- & Mehrfamilienhaus Chloé – Zelglisteig Forch

BIM – erste Schritte / erste Erkenntnisse

Mit viel Tatendrang und Optimismus begann das Projektteam im Frühling 2021 mit den Arbeiten zum Vorprojekt und der Vordimensionierung. Das Arbeiten mit aufeinander abgeglichenen 3D-Modellen zeigt viele seiner positiven Attribute, sodass bereits an Ostern 2021 die Leistungsverzeichnisse der bearbeiteten Arbeitsgattungen an die Bauleitung versendet werden konnten.

Bald darauf folgten erste Koordinationsaufgaben, welche aufzeigten, dass die bekannte Schnittstelle zwischen Ingenieur und den Architekten bereits sehr gut funktioniert. Die darauffolgenden Herausforderungen zeigten uns jedoch auch, dass der phasengerechte Austausch zu den weiteren Fachplanern unumgänglich ist und bleiben wird. Eine transparente sowie proaktive Kommunikation im schnellen Austausch von Modellen/Daten anstelle von Plänen wird noch zentraler.

 

Baugrube/Geologie – Eine optimale Lösung

Auf Grund der Hanglage und der geplanten Fundationstiefe musste bis zur Ausführung der Baugrube von einer Tiefenfundation mittels Materialersatz und Mikropfählen ausgegangen werden. Die effektive Geologie konnte dann nach einer Beurteilung durch den zuständigen Geologen als weitaus besser definiert werden. So wurde schlussendlich komplett auf jegliche Art von Tiefenfundation verzichtet und das Gebäude über eine Flachfundation im sehr tragfähigen Baugrund fundiert. Dies bedeutete schlussendlich wesentliche Kostenersparnisse für den Investor.

Unter Berücksichtigung der vorhandenen Platzverhältnisse und der Höhe des Baugrubenabschlusses von bis zu 6.0 m wurde in Zusammenarbeit mit dem Geologen eine Kombination aus einer Nagelwand und seitlich gelegenen, teils frei auskragenden Rühlwänden projektiert und ausgeschrieben. In der Ausführung durften wir den Unternehmer regelmässig mit Absteckungspunkten diverser Aushub-Unteretappen versorgen, welche aus dem georeferenzierten 3D-Modell sehr einfach auszulesen sind.

Eigentumswohnungen – Käuferwünsche im Premiumsegment

Die fünf Wohneinheiten weisen je eine Käuferschaft auf, die ihre eigenen und sehr individuellen Vorstellungen der Ausgestaltung ihrer Wohnung haben. Angefangen bei der Änderung der Stützengeometrie, über die Positionierung des Outdoor-Jacuzzis und das Wegstreichen von tragenden Wandscheiben, bis hin zur Umpositionierung des wohnungsinternen Treppenhauses der Maisonettewohnungen konnten sämtliche Vorstellungen der Käuferschaft mit dem einen oder anderen Kompromiss umgesetzt werden.

 

Alles Abfangdecke oder was?!

Das statisch gesehen zentrale Bauteil des Hochbaus stellt die über der Einstellhalle gelegene Abfangdecke dar. Sie überträgt die Gebäudelasten des dreigeschossigen Mehrfamilienhauses auf die daruntergelegene Tragkonstruktion. Für die konzeptionelle Erdbebensicherheit mussten Garagenstützen in Wandscheiben umgewandelt werden, die nun nach Rücksprache mit dem zuständigen Fachplaner und kleinem koordinativen Aufwand als Anschlagspunkt für die Ladestationen von Elektro-Fahrzeugen genutzt werden können.

Komplexe Umgebungsgestaltung vs. Baugrubenplanung

Ein nicht zu unterschätzender Teil unserer Aufgabe ist neben dem Hochbau auch die Planung der Umgebungs- und Stützmauern. Die einseitig rund 50 m lange und teilweise bis 5.0 m hohe Rampenwand sowie der in die Umgebung eingebettete CarPort stellen die statisch herausforderndsten Bauteile der Umgebungsgestaltung dar. Da beinahe alle Umgebungsmauern einen Bezug zum Hochbau haben, mussten sie in einer frühen Phase dimensioniert und im Baugrubenmodell integriert werden.