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Rückbau 50 kV Leitung – Herrliberg

By 16. Februar 2022 No Comments

Stand der Technik – damals 

Das Umspannwerk Thalwil wurde durch den Zürichsee hindurch mit dem Umspannwerk Herrliberg durch eine 50 kV Leitung verbunden. Nach dem damaligen Stand der Technik in den 1950er Jahren wurden Starkstrom-Leitungen noch mit Öl isoliert und mit Decksteinen direkt im Boden verlegt. Diese Methode wurde auch bei dieser Leitung so angewendet.

Umweltschutz – heute

Für die besagte Leitung gibt es heute keine Verwendung mehr und sie wurde ausser Betrieb genommen. Das Isolieröl wurde zwar abgelassen, aber Restbestände könnten noch in der Leitung gebunden sein. Es wurde entschieden, dass die Leitung, überall wo sie Schaden anrichten kann, zurückgebaut wird. Der Teil, bei welchem unser Büro den Rückbau begleiten darf, befindet sich im Gemeindegebiet Herrliberg. Dort verläuft die Leitung im Bereich von Grundwasserschutzzonen und unterquert den Wetzwilerbach.

Bewilligungsprozess mit weitreichenden Auflagen

Durch die Lage in der Grundwasserschutzzone sowie im landwirtschaftlichen Nutzgebiet mussten im Vorfeld diverse Fachstellen miteinbezogen und Bewilligungen eingeholt werden. Um eine Verschmutzung zu verhindern, dürfen zum Beispiel während der Ausführung Baugerätschaften nicht unbeaufsichtigt gelassen werden. Konkret bedeutet dies, dass diese während der Mittagspause aus dem Schutzgebiet bewegt werden müssen. Diese Auflagen sind vom Bauunternehmer strikt zu befolgen und wurden in der Baustellenplanung berücksichtigt.

Verschiedene Rückbaumethoden

Für den Rückbau der Leitungen werden zwei Verfahren angewendet. Innerhalb der Grundwasserschutzzone wird die Leitung komplett mit dem Bagger ausgegraben und vollständig entfernt. Ausserhalb der Grundwasserschutzzone werden Muffenlöcher erstellt, das Kabel geschnitten, abgedichtet und anschliessend herausgezogen. Durch diese Methoden kann die Leitung fachgerecht entfernt werden und eine zukünftige Verschmutzung in der Schutzzone verhindert werden.